Bayerische Meisterschaften - Erding

Sprinter setzen zum Abschluss die Zeichen

Der Start in das Wettkampfwochenende in Erding war durchaus turbulent. Der Schock, durch Schwierigkeiten und deutlichen Verspätungen bei der Anreise, musste auf der Bahn erst einmal abgelegt werden. Die Organisatoren haben wieder tolle Bayerische Meisterschaften auf die Beine gestellt, nahezu alles verlief wie am Schnürchen.

Den Auftakt lieferten Annemarie Hummel und Miriam Backer. Während es für Annemarie die ersten "Bayerischen" waren, musste Miriam nur mit dem Trauma "blaue Bahn" zurechtkommen. Hummel blieb nur drei Hundertstel über ihrer Bestleistung und ihrer Qualifikation für die Meisterschaften.

Miriam spurtete mit 12,57 sec und neuer Bestleistung in den Zwischenlauf. Im Zwischenlauf setzten die Läuferinnen zwar keine zeitlichen Highlights, aber hier geht es einzig und allein um's weiterkommen. Im Finale zündete Backer den Turbo und erlief sich in herausragenden 12,44 sec den 5. Platz. Der Sieg ging in 12,15 sec an Nina Bauch (LG Ausgsburg) vor Marina Scherzl (12,23 sec, LG Kreis Dachau) und Felicia Vasquez-Wacker (12,24 sec, LAC Quelle Fürth).

Bayerische Meisterschaften sind nicht Zoé Brock's Ding. Bereits im letzten Jahr setze sie bei den Mittelfränkischen Meisterschaften mit dem Titel ein Zeichen. Bei der darauffolgenden weiß-blauen Veranstaltung konnte sie diese Leistung nicht erneut abrufen. Déjà-vu 2016! In Herzogenaurach mit 12,41 m absolute Bestweite gestoßen sollte es nun wieder anders kommen. Mit 11,67 m fehlten ihr am Ende vier Zentimeter für den Endkampf.

Das zweite Ausrufezeichen konnte am Samstag Marcus Grun setzen. Nachdem auch er keine guten Erfahrungen mit blauen Bahnen hat, musste er sich im Vorlauf erst einfinden. Der Start war nicht optimal, dennoch war es mit 11,12 sec eine neue Bestzeit. Am Ende zu ungerecht um den Zwischenlauf gezittert. Hier konnte er seine Fehler aus dem Vorlauf ausmerzen und pulverisierte seine Bestleistung auf 11,03 sec. Für das stark besetzte Finale fehlten im acht Hundertstel. Der Sieg ging an Weitspringer und Trainingskamerad von Tina Pröger Maximilian Entholzner (1. FC Passau). Er stellte mit 10,65 sec die komplette Bayerische Sprintelite auf den Kopf. So musste sich Tobias Schneider (LG Stadtwerke München) und der Deutsche Jugendhallenmeister 2014 Lucien Aubry (LG Erlangen) mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben. "Wie soll man sich schon nach so einem Lauf fühlen, ich bin nur noch eine Sekunde vom Deutschen Rekord entfernt." scherzte Marcus Grun nach seinem fulminanten Lauf.

Den einzigen Wehmutstropfen musste das Staffel-Quartett trocknen. Eine ganze Saison darum gekämpft, die Norm abzuhaken, am Ende knapp aber um eine Hundertstel unterboten und dann den Stab nicht ins Ziel gebracht. Als die Vier, Brock - Hummel - Selina Thiel - Backer, bereit standen lief das Unglück seinen Lauf. Am Ende standen Selina und Miriam immer noch an ihrem Platz, denn der Wechsel von Zoé auf Annemarie ist gescheitert.

 

Nachdem Tina Pröger bereits am Tag vorher noch im Saarländischen St. Wendel an den Start gegangen ist, ging es nun für sie in Erding um die Bayerische Krone der Weitspringerinnen. Am Ende merkte man, dass ihr die Spritzigkeit einfach fehlte. Zu weit waren die Distanzen an diesem Wochenende für sie, umso erfreulicher, dass auch dieses Jahr der Bayerische Titel nicht an Pröger vorbeiging und sie ihn im Gepäck mit nach Hause nehmen konnte. Ihre Weite von 5,76 m liegt deutlich unter ihren Ansprüchen. Jetzt heißt es regenerieren, Kräfte sammeln und am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften erneut angreifen.

Einen soliden Lauf lieferte auch Marcus am zweiten Wettkampftag ab. Etwas unglücklich über die Bahneinteilung und dem aufkommenden Wind war er nach seinem Lauf. Denn auf Bahn 6 gibt es kein Zugpferd vor einem und so läuft man ins Leere, am Ende tauchten 22,56 sec in der Ergebnisliste auf.

Analog zum Vortag spulte Backer ihre beiden Läufe über die halbe Stadionrunde herunter. Mit einer zweiten neuen Bestzeit konnte sie Erding verlassen. Am Ende standen 25,40 sec zu Buche und der undankbare 4. Platz. "Am Ende blicke ich zufrieden auf die Meisterschaften zurück und bin froh, dass ich aufgrund meiner leichten Leistenzerrung überhaupt an den Start gehen konnte. Dass dabei noch zwei Bestleistungen herausspringen hätte ich nicht gedacht. Nun blicke ich nach vorne und freue mich auf die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Mönchengladbach", so das Fazit von Backer nach dem Wochenende.