"Fahrt ins Blaue" - Coburg

Wie bereits mehrfach angekündigt, startete die LA-Abteilung am 19. Mai pünktlich um 7:30 Uhr zur DAMM-Jubiläumsfahrt nach..., ja wohin eigentlich?

Bei einer Fahrt ins Blaue weiß man ja bis zur Abfahrt nicht, wo es eigentlich hingeht. Einer hat es natürlich gewusst, nämlich unser Rudi, der die ganze Tour geplant und organisiert hatte.

Kurz nach der Abfahrt hat er die Katze aus dem Sack gelassen und verkündet: "Wir fahren nach Coburg." Eigentlich logisch werden da viele gedacht haben, schließlich war ja der erste DAMM auch in Coburg. Nachdem das ganz große Geheimnis nun gelüftet war, wurden noch weitere Einzelheiten bekannt gegeben.

Es sollte eine Reise der Überraschungen werden.

Natürlich gehörten eine Stadtbesichtigung und ein Abstecher auf die Coburger Veste zum Programm. Für diese Stadtbesichtigung hatte Rudi aber nicht irgendeinen Stadtführer organisiert, sondern es handelte sich dabei um ein Mitglied der damaligen Coburger DAMM-Mannschaft. Er hatte sich bereit erklärt den Zirndorfern die Stadt Coburg zu zeigen.

Zu Beginn der Stadtführung, erzählte uns der Sportfreund Ulrich, dass Coburg vom 16./17. Jahrhundert bis 1918 Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg, von der Mitte des 19. bis Ende des 20. Jahrhunderts Garnisonsstadt war und seit 2005 den Beinamen "Europastadt" führt.

Wir betraten die Stadt durch das Ketschentor., konnten das Fachwerk des Münzmeisterhauses betrachten und erfuhren vor der Morizkirche, dass hier 1530 zur Osterzeit Martin Luther gepredigt hat. Gegenüber der Renaissancebau des Gymnasiums Casimirianum, von dessen Giebel Herzog Johann Casimir (1564-1633) herabschaut. Überall fallen die Kanaldeckel mit dem Stadtwappen, dem Mohrenkopf, auf .An der Hofapotheke aus dem 15. Jahrhundert vorbei kamen wir zum Marktplatz. Dort gibt es das Renaissance-Rathaus und das Stadthaus mit dem Albert-Denkmal. Dann kam einer der Höhepunkte: wir besuchten die Feinbäckerei-Manufaktur Wilhelm Feyler und konnten (Überraschung) die berühmten Coburger Schmätzchen und Coburger Goldschmätzchen probieren. Früher wurden diese Plätzchen am Gregoriustag an die Coburger Grundschüler verteilt. Auf dem Weg zum Schlossplatz kamen wir noch an einem Brunnen vorbei, der zu Ehren des Coburger Originals "Alexander Otto", genannt Gurken Alex, aufgestellt wurde und an dem aufwändig bemalten Stadthaus Loreleij. Letzter Punkt waren Schloss Ehrenburg, ein früheres Franziskaner-kloster, das Landestheater und das Palais Edingburgh, bevor wir den Bus bestiegen und zur Veste Coburg hinauffuhren. Sie ist die zweitgrößte erhaltene Burg Deutschlands. Im Hügelland zwischen dem Thüringer Wald und dem oberen Maintal überragt sie auf einer Berghöhe das ehemalige Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Die Aussicht war beeindruckend, konnte aber das mittlerweile aufkommende Hungergefühl nicht unterdrücken.

Nächste Überraschung. Rudi hatte im Vereinsheim der Coburger Leichtathleten das Mittagessen bestellt. Aber nicht nur das Mittagessen, sondern er hatte auch noch die Mitstreiter aus der damaligen Coburger Mannschaft eingeladen.

Es war recht interessant, am Ort des Geschehens wieder auf die damaligen Rivalen zu treffen. Ein Weitspringer der LG-Stiftland hatte damals den unglaublichen Seniorenweltrekord mit 7,48 m aufgestellt.

Nachdem alle gegessen hatte tauchte wieder die Frage auf: "Und wo gemmer etz hi?"

Nun, der Rudi hat sich nicht lang bitten lassen und hat uns mitgeteilt, dass es nun in die Fränkische Schweiz geht.

Dort wartete in Behringersmühle ein Nostalgiezug auf unsere Gruppe, die dann im einzigen angehängten Wagen, natürlich Holzklasse, über Muggendorf das Wiesenttal entlang nach Ebermannstadt gebracht wurde. Die Gegend wird zwar den Meisten nicht unbekannt gewesen sein, aber aus dieser Perspektive war sie, denke ich, besonders reizvoll. Ein wirklich schönes Erlebnis.

Obwohl kein Speisewagen angehängt war, hatte die Reiseleitung doch für kühlen Sekt gesorgt. Und dann gab es für alle Mitreisenden noch einen selbstgebacken Anhänger mit der Zahl 25, handgefertigt von Rudi und seinem Bäckergehilfen dem Poppn Leh.

Was soll man sagen, die meisten Anhänger haben die Ankunft des Zuges nicht erlebt sondern sind gleich verspeist worden.

Bei der Ankunft in Ebermannstadt sind wir mit Musik empfangen worden und durften uns im Lokschuppen noch die anderen Prunkstücke der Eisenbahnfreunde ansehen. Auch für Nichteisenbahnfreunde bestimmt sehr interessant.

Zum Abschluss wurde dann noch mal eingekehrt. Bahnfahren macht durstig und hungrig. Nachdem alle siebenundvierzig Fahrgäste versorgt waren, wurden unsere Maigeburtstagskinder ("die Runden") noch nachträglich von der Vorstandschaft beglückwünscht und beschenkt. Von Rudi erhielten Hermine und Walter je ein selbstgebackenes Umhängeplätzchen mit der Zahl 60, Gert mit der Zahl 70 und Lothar mit der 80.

Aber damit war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. An alle Teilnehmer der damaligen DAMM-Mannschaft hat Rudi noch eine Kopie der Siegerurkunde überreicht um nochmal daran zu erinnern, wer alles dabei war.

Damit hatte ein wunderschöner Tag seinen Abschluss gefunden.

Auch wenn wir uns alle schon beim Rudi (und auch seiner Frau) betankt haben, soll es noch mal gesagt werden: Schön war`s, vielen Dank für die Organisation und die vielen Überraschungen.

Wenn bei der nächsten Vollversammlung die Frage nach einem Vergnügungswart laut werden sollte, dann gibt es dafür nur einen Kandidaten, beginnt mit R und hört mit i auf.